Stoffwechselprobleme gehören heute zu den häufigsten gesundheitlichen Herausforderungen bei Pferden – und sie entstehen meist schleichend. Ein paar Kilo zu viel, ein stumpfes Fell oder ein Pferd, das plötzlich träger wirkt: Was zunächst harmlos erscheint, kann bereits auf eine ernstzunehmende Stoffwechselstörung hindeuten.
Erkrankungen wie Equines Cushing Syndrom (PPID), Equines Metabolisches Syndrom (EMS) oder Hufrehe sind längst keine Einzelfälle mehr. Umso wichtiger ist es, frühzeitig zu handeln – bevor aus kleinen Warnsignalen chronische Probleme werden.
Klassische Stoffwechselerkrankungen beim Pferd
Zu den häufigsten Diagnosen zählen:
- PPID (Equines Cushing Syndrom)
- EMS (Equines Metabolisches Syndrom)
- Hufrehe
Diese Erkrankungen stehen häufig in engem Zusammenhang mit Fütterungsfehlern, Bewegungsmangel und einer langfristigen Überlastung des Stoffwechsels.
Symptome: Wann solltest du aufmerksam werden?
Stoffwechselstörungen zeigen sich selten durch nur ein einzelnes Symptom. Meist ist es eine Kombination aus mehreren Anzeichen, die sich über Wochen oder Monate entwickeln:
- Fettpolster am Mähnenkamm (wenn dieser plötzlich hart wird, ist Vorsicht geboten), Fettpolster an der Kruppe oder im Bereich der Sattellage
- Übergewicht
- Fühligkeit nach der Hufbearbeitung
- Veränderte weiße Linie
- Trägheit und Bewegungsunlust
- Verhärtete oder atrophierte Muskulatur
- Probleme beim Fellwechsel
- Erhöhte Infektanfälligkeit
- Probleme mit dem Zahnhalteapparat (EORTH)
- Poröser oder geschwächter Fesselträger
Mein Tipp: Lass den BCS (Body Condition Score) und die Breite des Mähnenkamms (CNS) von einer neutralen Person beurteilen. Wer sein Pferd täglich sieht, wird schnell „betriebsblind“.
Zeigt dein Pferd mindestens zwei dieser Symptome, solltest du zeitnah handeln.
Die Wahrheit: Es gibt keine Wundermittel
Viele Pferdebesitzer suchen nach „dem einen Mittel“, das den Stoffwechsel wieder reguliert. Doch die Realität ist:
👉 Es gibt kein Medikament und kein Pulver, das allein einen gestörten Stoffwechsel repariert.
Die Lösung beginnt immer bei den Grundlagen:
- Fütterung
- Bewegungsmanagement
- Mineralstoffversorgung
Fütterung – hier entstehen die meisten Probleme
Als Tierärztin höre ich häufig:
„Ich weiß gar nicht genau, wie viel Heu mein Pferd bekommt.“
Doch genau hier liegt oft der Ursprung des Problems.
Heu ist das Hauptnahrungsmittel unserer Pferde – und wird in großen Mengen aufgenommen. Ein Zuckergehalt von über 10 % oder eine hohe Energiedichte können insbesondere für stoffwechselempfindliche Pferde problematisch sein.
Richtwerte für die Heumenge
- 2 kg Heu pro 100 kg Idealgewicht (Erhaltungsbedarf)
- 2,2 kg Heulage pro 100 kg Idealgewicht
Viele Pferde fressen deutlich mehr, besonders wenn sie keine natürlichen Fresspausen einlegen. Heunetze, Heutoys oder zeitgesteuerte Heuraufen können helfen, die Fressdauer zu verlängern.
Zur Verbesserung des Rohfaseranteils kann begrenzt Stroh ergänzt werden – selbstverständlich nur in einwandfreier Qualität. Schimmeliges oder staubiges Heu/Stroh belastet den Stoffwechsel zusätzlich.
Das Einweichen von Heu zur Zuckerreduktion sollte nur gezielt und medizinisch begründet erfolgen, da dabei auch wichtige Mineralstoffe und Proteine verloren gehen.
Kraftfutter – wirklich notwendig?
Kraftfutter ist in der Regel nur bei:
- Sportpferden
- alten Pferden
- schwerfuttrigen Pferden
sinnvoll.
In vielen Fällen ist weniger Energie – aber mehr Nährstoffbalance – der entscheidende Faktor.
Mineralstoffe: Der unterschätzte Schlüssel im Stoffwechsel
Jeder einzelne Stoffwechselprozess im Körper benötigt Mineralstoffe als Cofaktoren. Ohne Zink, Selen, Kupfer, Mangan & Co. kann keine enzymatische Reaktion korrekt ablaufen.
Gerade Pferde mit Stoffwechselproblemen haben häufig:
- Dysbalancen im Mineralstoffhaushalt
- versteckte Mängel
- gestörte Entgiftungsprozesse
Mineralien wirken hier wie eine orthomolekulare Therapie: Sie liefern dem Körper exakt die Bausteine, die er benötigt, um wieder in Balance zu kommen.
Doch entscheidend ist nicht nur die Menge – sondern das richtige Verhältnis der Mineralstoffe zueinander.
Die oftmals falsch verstandenen Proteine
Proteine sollten nicht nur Hochleistungssportler täglich zu sich nehmen. Sie bilden die Stoffwechselwichtigen Enzyme und sind somit ein wichtiges Werkzeug für den Stoffwechsel.
Deswegen hat unser Mineral Stoffwechsel ausreichend Protein, um Dein Pferd täglich zu unterstützten.
Was wirklich hilft bei Stoffwechselproblemen beim Pferd
- Heumenge exakt berechnen und wiegen
- Zucker- und Energiewerte durch eine Heuanalyse erfahren (Oftmals nicht durchsetzbar – dann einfach Durchschnittswerte von der LUFA nehmen)
- Energieaufnahme berechnen
- Bewegung anpassen
- Mineralstoffversorgung gezielt optimieren
Genau aus diesem Grund haben wir Mineral Stoffwechsel von Krähenbusch entwickelt.
Es wurde speziell für Pferde mit Stoffwechselentgleisungen konzipiert und berücksichtigt die sensible Balance der relevanten Spurenelemente. Ziel ist es, den Organismus bei der Regulation zu unterstützen – ohne unnötige Zusatzstoffe oder versteckte Zuckerquellen.
Fazit
Stoffwechselprobleme beim Pferd entstehen nicht über Nacht – und sie verschwinden auch nicht über Nacht.
Doch mit einem klaren Blick auf:
- Fütterung
- Heuqualität
- Energiezufuhr
- und einer gezielten Mineralstoffversorgung
kannst du aktiv Einfluss nehmen.
Du bist der wichtigste Faktor im Stoffwechsel deines Pferdes.
Wenn du ihn richtig unterstützt, kann sich sein Körper oft erstaunlich gut selbst regulieren.
Tipp: Solltest du Fragen zu deiner Heuanalyseergebnisse haben, kann ich dir gerne behilflich sein.




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